Seit rund 18 Jahren steht Sabine Forster als Schiedsrichterin auf dem Platz – und das aus voller Leidenschaft. Ursprünglich wollte sie nur gelegentlich Spiele leiten, vielleicht ein- oder zweimal im Monat. Doch schnell merkte sie, wie viel Freude ihr die Schiedsrichterei bereitet. Heute gehören Spiele an fast jedem Wochenende ganz selbstverständlich zu ihrem Leben.

Vom Bolzplatz in den internationalen Frauenfußball

Die Fußballgeschichte von Sabine Forster begann ganz klassisch – als „Bolzplatzkind“. Mit 16 Jahren wechselte sie schließlich in den Vereinsfußball zum FC Bayern München.
1985 zog es sie nach Spanien, wo sie beim RCD Espanyol Barcelona Femenino spielte. Dort kam sie erstmals mit Futsal in Kontakt und entwickelte schnell eine große Begeisterung für diese Hallenvariante des Fußballs.

Während sie noch in Barcelona aktiv Fußball spielte, lief sie parallel im Futsal für den Club Futbol Sala Villanueva de la Geltrú auf. So sammelte sie gleichzeitig Erfahrungen in beiden Sportarten und lernte früh die besonderen Anforderungen und die technische Dynamik des Futsals kennen.

Über Kontakte aus dem Umfeld des Vereins lernte sie außerdem Spieler aus dem Umfeld des FC Barcelona kennen.

Eine weitere Station ihrer Karriere führte sie für kurze Zeit nach Italien zum AC Turin. Rückblickend beschreibt sie diese Zeit als eine der technisch lehrreichsten Phasen ihrer Karriere.

Später spielte sie auch im Frauenbereich des FC Barcelona. Spiele führten sie unter anderem nach Mallorca, Madrid und León.

Nach ihrer Zeit in Spanien kehrte sie nach Deutschland zurück und spielte unter anderem beim FC Wacker München, beim SSV Ulm 1846 und später beim TuS Niederkirchen.

Mit dem TuS Niederkirchen gelang ihr 1993 ein besonderer Erfolg: der Gewinn der Deutschen Meisterschaft im Frauenfußball.

Nach weiteren Stationen im Frauenfußball beendete sie schließlich ihre aktive Karriere. Ein Hüftknochenbruch im Jahr 2013 führte endgültig dazu, dass sie nicht mehr aktiv Fußball spielen konnte.

Der Einstieg in die Schiedsrichterei

Mit 42 Jahren entschied sich Sabine Forster für einen neuen Weg im Fußball: Sie wurde Schiedsrichterin.

Heute beschreibt sie diese Tätigkeit als eine große Leidenschaft, die ihr viele besondere Erlebnisse beschert hat. Besonders schätzt sie die Gemeinschaft unter Schiedsrichtern. Für sie ist es eine kleine, aber sehr starke Gemeinschaft, in der Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung eine wichtige Rolle spielen.

Auch der Austausch mit jungen Schiedsrichtern motiviert sie sehr. Wie sie selbst sagt: Durch den Kontakt mit jüngeren Kollegen bleibt man „selbst jung“.

Futsal aus Sicht einer Schiedsrichterin

Eine besondere Rolle spielt für Sabine Forster der Futsal-Sport. Sie beschreibt ihn als:

  • sehr schnell
  • technisch anspruchsvoll
  • taktisch interessant
  • besonders attraktiv anzusehen

Der spezielle Futsal-Ball sorgt für mehr Bodenhaftung und Kontrolle, wodurch technisch anspruchsvollere Spielzüge möglich werden.

Für Schiedsrichter bedeutet Futsal vor allem:

  • hohe Konzentration
  • gute Kondition
  • schnelle Entscheidungen
  • sehr gute Kommunikation im Schiedsrichterteam

Futsal wird in der Regel von zwei aktiven Schiedsrichtern geleitet. Beide müssen perfekt zusammenarbeiten und sich blind aufeinander verlassen können.

Die Kommunikation erfolgt dabei häufig über:

  • Blickkontakte
  • Handzeichen
  • abgestimmte Laufwege

Ein ganz besonderer Moment ist für sie, wenn beide Schiedsrichter gleichzeitig ein Vergehen erkennen und im selben Moment pfeifen.

Ausbildung und Kommunikation im Schiedsrichterteam

Ein weiteres wichtiges Thema für Sabine Forster ist die Ausbildung von Schiedsrichtern. Besonders großen Wert legt sie dabei auf die grundlegenden Fähigkeiten des Schiedsrichterhandwerks.

Ein Satz von ihr bringt das sehr gut auf den Punkt:
„Die Pfeife ist unser Werkzeug.“

Gerade im Futsal ist eine enge Zusammenarbeit zwischen den Schiedsrichtern entscheidend. Nur wenn beide als Team funktionieren, kann ein Spiel souverän geleitet werden.

In den unteren Ligen wird der Einsatz von Headsets teilweise kritisch gesehen, da junge Schiedsrichter zunächst die klassischen Kommunikationsformen wie Blickkontakt und Handzeichen lernen sollen.

Sabine Forster sieht darin jedoch auch Vorteile. Ihrer Meinung nach können Headsets gerade in der Ausbildung hilfreich sein, weil sie:

  • die Kommunikation verbessern
  • junge Schiedsrichter unterstützen
  • zusätzlichen Schutz für Schiedsrichter bieten können

Engagement als Trainerin

Neben ihrer Tätigkeit als Schiedsrichterin engagiert sich Sabine Forster auch intensiv als Trainerin.

Sie trainiert derzeit:

  • eine C-Juniorinnen-Mannschaft
  • eine Inklusionsmannschaft
  • ein Team für Special Olympics

Mit diesem Team nahm sie im Dezember 2025 am internationalen Christmas-Futsal-Cup in Belgium teil. Dort trat das Team „Germany“ gegen mehrere internationale Mannschaften an und gewann den ersten Platz in Gruppe 2.

Während des Turniers hatte sie außerdem die besondere Gelegenheit, selbst als Schiedsrichterin Spiele internationaler Teams zu leiten – ein Erlebnis, das für sie besonders eindrucksvoll war.

Teamwork als Schlüssel zum Erfolg

Sowohl im Futsal als auch in ihrer Trainertätigkeit spielt Teamwork für Sabine Forster eine zentrale Rolle.

Besonders im Training legt sie großen Wert auf Teambuilding. Ihrer Erfahrung nach ist ein funktionierendes Mannschaftsgefüge eine wichtige Grundlage für sportlichen Erfolg. Manchmal könne sogar ein einzelner Spieler das Gleichgewicht eines Teams stören.

Um den Zusammenhalt zu stärken, organisiert sie regelmäßig gemeinsame Aktivitäten für ihre Mannschaften. Dazu gehörten auch Begegnungen mit bekannten Fußballpersönlichkeiten wie Dennis Diekmeier vom Hamburger SV.

Förderung junger Schiedsrichter

Ein weiteres Herzensthema für Sabine Forster ist die Förderung junger Schiedsrichter. Besonders wichtig ist ihr dabei ein Patensystem, bei dem erfahrene Schiedsrichter junge Kollegen begleiten und unterstützen.

Auch sogenannte Tandemspiele – bei denen zwei Schiedsrichter gemeinsam ein Spiel leiten – hält sie für sehr wertvoll. Dabei steht vor allem das Lernen im Vordergrund: Junge Schiedsrichter können Entscheidungen gemeinsam treffen und Situationen direkt im Austausch bewerten.

Eng damit verbunden ist auch das Tandem-Format, bei dem ein erfahrener und ein jüngerer Schiedsrichter bewusst als Team eingesetzt werden. Ziel ist es, Wissen und Erfahrung direkt auf dem Platz weiterzugeben und jungen Schiedsrichtern mehr Sicherheit in Spielsituationen zu vermitteln.

Diese Formate helfen besonders dabei:

  • Laufwege zu lernen
  • die richtige Positionierung zu verstehen
  • Entscheidungen besser abzustimmen

Respekt als wichtiger Grundwert

Ein Grundsatz ist Sabine Forster in ihrer Arbeit als Schiedsrichterin besonders wichtig: der gegenseitige Respekt auf dem Platz.

Als ehemalige Spielerin weiß sie genau, wie wichtig die Rolle des Schiedsrichters im Spiel ist. Deshalb hat sie einen klaren Anspruch an ihre heutige Tätigkeit:
Sie möchte als Schiedsrichterin genauso respektiert werden, wie sie selbst früher als Spielerin die Schiedsrichter respektiert hat.

Für sie gehört dieser respektvolle Umgang zu den wichtigsten Grundlagen des Sports – unabhängig davon, ob man Spieler, Trainer oder Schiedsrichter ist.

Eine Leidenschaft, die bleibt

Auch nach vielen Jahren im Schiedsrichterwesen hat Sabine Forster ihre Begeisterung für den Sport nicht verloren.

Sie beschreibt ihre Zeit als Schiedsrichterin als ein echtes „Erlebnis pur“ – voller besonderer Momente, Begegnungen und Erfahrungen. Erfahrungen, von denen sie eines Tages auch noch ihren Enkeln erzählen möchte.

Gerade deshalb wird es ihr irgendwann auch besonders schwerfallen, mit dem Pfeifen aufzuhören. ⚽

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