Hockey-Schiedsrichterin im Fokus: Sirid Kuntze

 

Leidenschaft für Hockey, Verantwortung auf dem Platz und Engagement im Nachwuchsbereich

 

Im Rahmen unseres Jahres der Schiedsrichtersportarten sprechen wir mit Persönlichkeiten, die ihre Sportart aktiv mitgestalten. Menschen, die Woche für Woche auf dem Platz stehen, Verantwortung übernehmen und den Sport mittragen.

Eine von ihnen ist Sirid Kuntze – Hockey-Schiedsrichterin aus Berlin, die mittlerweile im Erwachsenenbereich pfeift und sich gleichzeitig stark im Nachwuchs engagiert.

 

 

Vom „Ausprobieren“ zur Oberliga

Der Einstieg in die Schiedsrichterei war für Sirid zunächst kein langfristiger Plan.

Nach ihrer Jugendzeit fehlte plötzlich der gewohnte Rhythmus: weniger spiele am Wochenende, weniger Zeit auf dem Platz.

Genau dieser Punkt war für sie ausschlaggebend:
dem Sport verbunden bleiben – nur in einer anderen Rolle.

Was als spontaner Versuch begann, entwickelte sich Schritt für Schritt weiter. Heute pfeift sie Spiele bis in die Herren-Oberliga – auf einem Niveau, das deutlich mehr verlangt als nur Regelkenntnis.

 

Hockey aus Schiedsrichtersicht: schneller als gedacht

 

Hockey wird aus Schiedsrichtersicht häufig unterschätzt.

Gerade im Erwachsenenbereich beschreibt Sirid das Spiel als:

  • Schnelles Spieltempo
  • Intensivere Zweikämpfe
  • Technisch ausgeglichenes Niveau
  • schwer vorhersehbare Spielzüge

Dabei wird schnell klar:
Als Zuschauer verfolgt man das Spiel – als Schiedsrichter muss man es permanent lesen.

Das zeigt sich besonders bei Schlenzbällen.
Was zunächst unspektakulär wirkt, ist in der Praxis oft eine der anspruchsvolleren Situationen – weil Stellungsspiel und Timing hier entscheidend sind.
Die Bälle können diagonal über den Platz fliegen. Hier sind Absprachen mit dem Kollegen und Erfahrung notwendig.

 

Halle und Feld – zwei komplett unterschiedliche Anforderungen

Ein Punkt, der besonders hängen bleibt:

Hockey-Schiedsrichter bewegen sich zwischen zwei völlig unterschiedlichen Spielformen.

Sirid ist sowohl in der Halle als auch auf dem Feld im Einsatz – und beschreibt das selbst als zwei eigene Herausforderungen.

In der Halle:

  • kleines Spielfeld
  • hohe Intensität
  • viele Entscheidungen in kurzer Zeit

Hier entsteht schnell ein Spiel, das kaum Pausen zulässt – ein Eindruck, der auch von außen nicht immer so deutlich wahrgenommen wird.

Auf dem Feld:

  • mehr Raum
  • längere Laufwege
  • größere Bedeutung des Stellungsspiels

Beides gehört für sie selbstverständlich dazu.

 

Entscheidungen treffen – und dazu stehen

Ein Thema, das sich durchzieht: die mentale Komponente.

Schiedsrichter müssen:

  • Entscheidungen treffen
  • diese konsequent vertreten
  • mit Reaktionen umgehen
  • auch unter Druck ruhig bleiben

Ein Satz von Sirid bringt das auf den Punkt:

Die Entscheidung, die ich treffe, zu der stehe ich

Gerade hier wird deutlich, wie viel Selbstvertrauen und Klarheit diese Rolle erfordert.

 

Persönliche Entwicklung durch das Schiedsrichterwesen

Neben den sportlichen Anforderungen geht es auch um persönliche Entwicklung.

Sirid beschreibt, dass sie durch das Pfeifen viele Fähigkeiten entwickelt hat:

  • selbstbewusst auftreten
  • Verantwortung übernehmen
  • strukturiert arbeiten
  • mit Druck umgehen

Ein Aspekt, der oft unterschätzt wird – aber langfristig einen großen Mehrwert bietet.

 

Nachwuchsarbeit: Entwicklung in kurzer Zeit

Ein besonders prägender Punkt ist ihr Engagement im Nachwuchsbereich.

Sie begleitet junge Schiedsrichter bei ihren ersten Einsätzen und unterstützt sie beim Einstieg.

Dabei zeigt sich häufig ein klares Bild:

Morgens noch unsicher –
abends deutlich selbstbewusster.

Kleine Hilfen zeigen große Wirkung und bringen dem Nachwuchs Sicherheit.
Genau diese Entwicklung macht für sie einen großen Teil der Motivation aus.

 

„Schiedsrichter sind auch nur Menschen“

Ein Satz, der hängen bleibt.

Egal ob Zuschauer oder Spieler. Entscheidungen werden oft direkt bewertet und kommentiert, ohne die Sichtweise des Schiedsrichters zu kennen

Fehler gehören dazu – entscheidend ist der Umgang miteinander.


 

Warum Hockey?

Die Antwort kam direkt:

Hockey ist einfach geil.

Eine Aussage, die ihre Begeisterung für den Sport sehr klar widerspiegelt.

 

Das Gespräch mit Sirid Kuntze zeigt, wie viel hinter dem Schiedsrichterwesen steckt.

Nicht nur Regeln und Entscheidungen – sondern:

  • Verantwortung
  • mentale Stärke
  • persönliche Entwicklung
  • Engagement im Nachwuchsbereich

Gerade im Hockey, aber auch sportartenübergreifend.

 

 

 

Jahr der Schiedsrichtersportarten

Mit unserem Projekt möchten wir verschiedenste Sportarten und ihre Schiedsrichter sichtbarer machen.

Von Fußball über Handball bis Hockey, Futsal, Volleyball und mehr.

Wenn du selbst Teil davon sein möchtest oder deine Sportart vorstellen willst:

Melde dich gerne bei uns.

 

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